Darf man mit einem Skihelm auch Motorrad fahren?

Helme sind Teil einer Schutzbekleidung. Sie haben die Aufgabe, bei bestimmten Tätigkeiten, im Verkehr oder im militärischen Bereich den Kopf vor dem Einfluss von mechanischer Energie zu schützen. Welcher Helm dabei zum Einsatz kommt, ist von der möglichen Stärke der Energieeinwirkung abhängig. Die Helme in den verschiedenen Bereichen unterliegen unterschiedlichen Prüfnormen.

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In welchen Bereichen werden Helme verwendet?

Neben der militärischen Nutzung gibt es in der zivilen Gesellschaft einige Bereiche, wo der Einsatz eines Helms angebracht beziehungsweise teilweise sogar Pflicht ist. Dazu gehören die Bereiche Sport, Verkehr und Beruf. Bei der beruflichen Nutzung des Helms kommen beispielsweise Forsthelme, Feuerwehrhelme, Schutzhelme oder Taucherhelme zum Einsatz. Im sportlichen Bereich werden ganz allgemein Sporthelme eingesetzt und im Bereich Verkehr gibt es sowohl Fahrradhelme als auch Motorradhelme. Der Skihelm stellt einen Sporthelm dar. Die Frage, ob man mit einem Skihelm auch Motorrad fahren kann, stößt bereits hier auf erste Zweifel. Motorradhelme und Skihelme werden nämlich in völlig unterschiedlichen Bereichen eingesetzt.

Was ist ein Skihelm?

Ein Skihelm gehört zunächst zu den Sporthelmen. Sporthelme haben die Aufgabe, den Kopf eines Sportlers vor Verletzungen zu schützen. Sie verhindern den Einfluss eines Fremdkörpers, federn den Kopf bei einem Sturz ab und schützen auch den Helmträger bei einem Zusammenstoß mit anderen Personen oder Gegenständen. Skihelme bestehen aus Kunststoffmaterial wie Polykarbonat oder anderen Polymeren und sind oft mit Glas- Kohlenstoff- oder Aramidfasern verstärkt. Ein fließender Übergang zu industriellen Schutzhelmen besteht teilweise. Allerdings unterliegen diese Helme anderen Prüfnormen. Nur der Skihelm kann auch beim Klettern, Skaten oder gar beim Radfahren verwendet werden.

Was ist ein Motorradhelm?

Ein Motorradhelm dient dem Kopfschutz des Motorradfahrers. Bei einem Sturz muss er die vielfache Menge an Energie abfedern wie ein Skihelm. Beim Fahren mit dem Motorrad bestehen erheblich größere Gefahren als beim Skifahren. Die Aufprallenergie ist sehr hoch. Des Weiteren besteht beim Motorrad keine Knautschzone. Die Geschwindigkeit ist wesentlich höher als beim Skifahren. Es konnte nachgewiesen werden, dass der Einsatz von Motorradhelmen das Risiko für Schädel-Hirn-Traumata nach einem Sturz erheblich senkt. Um für den Einsatz als Motorradhelm zugelassen zu werden, muss ein Helm entweder nach der europäischen ECE-Norm geprüft oder aufgrund seiner Bauart als Schutzhelm geeignet sein. Als Bauarten sind Integralhelme, Klapphelme, Motocross- und Endurohelme, Halbschalenhelme oder Multihelme erlaubt. Die meisten Motorradhelme besitzen noch ein Visier aus Polykarbonat. Allgemein bestehen die Helme für Motorradfahrer aus Kunststoffen. Das wichtigste Merkmal ist jedoch die Dämmung zwischen Schädel und Helmschale, welche in der Regel aus Styroporschaum besteht. Dadurch können besonders energiereiche Zusammenstöße gut abgefedert werden.

Die Rechtsvorschriften

Der ADAC verkündet, dass nach dem Straßenverkehrsrecht der Helm für Krafträder mit Höchstgeschwindigkeit über 20 km/h einem geeigneten Schutzhelm entsprechen muss. Das Benutzen von Arbeits-, Militär- oder Feuerwehrhelmen ist nicht erlaubt. Bei Benutzung eines falschen Helms können sogar Bußgelder erhoben werden. Danach müssen geeignete Schutzhelme nach der in Europa einheitlichen ECE-Schutznorm geprüft sein. Als besondere Merkmale werden Stoßdämpfung, Formstabilität und Reißfestigkeit des Kinnriemens geprüft.

Fazit

Da Skihelme nach dem Strassenverkehrsrecht verschiedene Merkmale für einen Motorradhelm nicht erfüllen, dürfen sie zum Motorradfahren nicht verwendet werden.